• Document: Youth. Economy. Die Jugendstudie des Zukunftsinstituts
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Youth Economy Die Jugendstudie des Zukunftsinstituts Zukunftsinstitut I Youth Economy 3 Inhalt #04 VORWORT Jugend neu beobachten: Liquid Youth #08 EINLEITUNG Die Jugend der nächsten Gesellschaft #16 KAPITEL 1 Liquid Life – Liquid Work #38 KAPITEL 2 Jugend-Evolutionen – Jugend-Generationen #70 KAPITEL 3 Jugendkonsum – Jugendmarketing #84 KAPITEL 4 Jugendszenen – Jugendsprache #106 LITERATURLISTE 4 Vorwort Jugend neu beobachten: Liquid Youth Jugend fasziniert. Die jugendliche Lebensphase hat andere Lebensphase von strukturellen Ambiva- sich zu einer universalen Idealfigur für die gesamte lenzen geprägt, die mit eindimensionalen, linearen Gesellschaft entwickelt: Jugendliche Lebensstile Deutungsansätzen nicht erfasst werden können. gelten heute als Maßstab für ein gutes, attraktives Erst recht nicht im Kontext einer hochkomplexen, Erwachsenenleben. Eine paradoxe Entwicklung: sich fundamental wandelnden Gesellschaft. Während die Gesellschaft kontinuierlich altert, werden ihre kulturellen und körperlichen Leit- „Die“ Jugend gibt es nicht bilder immer jugendlicher. Jugendliche rücken deshalb immer stärker in den Fokus unternehmeri- Unsere Gesellschaft ist geprägt von einem scher Entscheidungen, sei es als zukunftsweisende enormen Komplexitätszuwachs. Die fortschrei- Mitarbeiter von morgen oder als Pioniere gesell- tende Digitalisierung schafft ständig neue, flexible schaftlicher Trends. Verbindungen. Klare und fixe Kategorisierungen werden in diesem Kontext immer unplausibler. Das Im 21. Jahrhundert umgibt Jugendlichkeit die Denken in Entweder/oder-Abgrenzungen wird ab- Aura des heiligen Grals: Wer ihr Geheimnis lüftet, gelöst von einem Sowohl-als-auch-Mindset. Auch dem winkt Glückseligkeit – und ewige Jugend. Die Jugendliche sind deshalb immer weniger mit sim- meisten Jugendbeschreibungen unterliegen dabei plen Schemata beschreibbar. der Versuchung, das komplexe Phänomen auf ein- Das gilt auch für das Verhältnis zwischen Jugend- fache, griffige Zuschreibungen zu reduzieren. Das lichen und Erwachsenen. War es traditionell von wird besonders deutlich bei der inflationären einer wechselseitigen Abgrenzung geprägt, durch- Verwendung des Begriffs „Generation“, der dringen sich beide Sphären immer stärker. So exis- zu einer unverbindlichen Zuschreibungsformel tieren heute verschiedenste Formen von Jugend- jugendlicher Befindlichkeiten geworden ist (vgl. S. lichkeiten, die auch von Älteren angezapft werden 48-50 sowie S. 66 f.). Hinzu kommt: Eltern, Päda- können: Neue, hybride Sozialkonstrukte, gogen und Soziologen neigen dazu, Jugend wertend die allesamt das Label „jugendlich“ tragen. „Die“ zu beobachten – meist als soziales Integrationsri- Jugend gibt es deshalb schon lange nicht mehr. siko, das es zu entschärfen gilt, um gegenwärtige Jugendlichkeit ist zu einem generationenübergrei- Verhältnisse zu sichern. All das wird der Lebens- fenden Lifestyle-Prinzip geworden. „Alte“ leben phase Jugend nicht gerecht. Sie ist wie kaum eine zum Teil jugendlicher als „Junge“. Wie lässt sich die Zukunftsinstitut I Youth Economy 5 „Um das Ganze verstehen zu können, muss man die Teile verstehen, aber man kann die Teile nur ver- stehen, wenn man einen gewissen Begriff vom Ganzen hat.“ 13:55 David Couzens Hoy (Philosoph) 13:56 04 6 vorwort Jugend als Teil ihrer gesellschaftlichen Umwelten vielschichtige, flüchtige Jugend adäquat beschreiben? to Stock, CC0 Death CC-BY-SA-2.0 Und wie lassen sich daraus plausible Zukunftsperspek- tiven entwickeln? Voraussetzung ist ein umfassender Foto:Földesi, Foto: Flickr, Balint Ansatz, der die komplexen Kontexte der Netzwerkge-

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