• Document: DOWNLOAD. Streik und Streikrecht. Klasse. Anja Joest. Materialien und Hintergrundwissen für Ihren Politikunterricht
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DOWNLOAD Anja Joest Streik und ­Streikrecht Materialien und Hintergrundwissen für Ihren Politikunterricht 9.–10. Klasse Das Werk als Ganzes sowie in seinen Teilen unterliegt dem deutschen Urheberrecht. Der Erwerber des Werkes ist berechtigt, das Werk als Ganzes oder in seinen Teilen für den eigenen Gebrauch und den Einsatz im eigenen Unterricht zu nutzen. Die Nutzung ist nur für den genannten Zweck gestattet, nicht jedoch für einen schulweiten Einsatz und Gebrauch, für die Weiterleitung an Dritte (einschließlich aber nicht beschränkt auf Kollegen), für die Veröffentlichung im Internet oder in (Schul-)Intranets oder einen weiteren kommerziellen Gebrauch. Eine über den genannten Zweck hinausgehende Nutzung bedarf in jedem Fall der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlages. Verstöße gegen diese Lizenzbedingungen werden strafrechtlich verfolgt. Die lange Geschichte des Streikens Aufgabe: Nenne alle wichtigen Ereignisse in der Geschichte der Arbeiterkämpfe. Stelle sie in einer Ta- belle dar. 1 Erarbeite dir hierfür zunächst das Material. 2 Markiere die wichtigsten Ereignisse. 3 Erstelle nun eine Tabelle, in der du die Jahreszahlen aus dem Text und die zugehörigen Ereignisse einträgst. Geregelte Arbeitszeiten, gerechter Lohn, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaubstage sind für uns heute fast eine Selbstverständlichkeit und oft wird vergessen, dass sich die Arbeitnehmer fast alle ihre Rechte in Arbeitskämpfen erkämpft haben. Der erste erfolgreiche Streik fand 1156 v. Chr. in Ägypten statt. Dort streikten die Bauarbeiter, die die Totenstätte für Pharao Ramses III. bauten. Ihnen war die Lebensmittelration gekürzt worden und nachdem Protestbriefe die Situation nicht verbesserten, versammelten sie sich auf der Rückseite des Tempels von Theben. Sie setzten sich auf den Boden und kündigten an, erst wieder zu gehen, wenn die Gerste geliefert sei. Allerdings blieb dieser Streik ein Einzelfall, denn Aufstände wurden in dieser Zeit meist blutig nieder- geschlagen. Mit der Pest zu Beginn des 14. Jahrhunderts änderte sich die Situation, denn durch die vielen Toten gab es plötzlich einen akuten Mangel an Arbeitskräften. Im Handwerk hatten sich Zünfte herausge- bildet. Der Begriff „Zünfte“ bezeichnet Gruppen, in denen Handwerker sich zusammenschlossen, um ihre Interessen durchzusetzen. Denn die Gesellen hatten lang keinerlei Rechte. Sie lebten häufig im Haus ihres Arbeitgebers und waren von ihm in jeder Hinsicht abhängig. Er bestimmte über den Lohn, die Arbeitszeit und auch über das Privatleben der Gesellen. Durch den Mangel an Gesellen waren die Meister nun aber gezwungen, den Forderungen nach besserem Essen und mehr Lohn nachzuge- ben, wollten sie nicht ohne Arbeiter da stehen. Zunächst nutzten die Gesellen die neuen Möglichkei- ten eher individuell, doch nach und nach merkten sie, dass sie wesentlich mehr Erfolg hatten, wenn sie sie gemeinsam vorbrachten. Die Breslauer Gürtlergesellen waren 1329 die Ersten, die die Arbeit niederlegten, gefolgt von den Weberknechten in Speyer. Sie versammelten sich vor den Toren der Stadt und blieben dort, bis ihre Meister nachgaben. Sie gründeten die erste Interessenvertretung der Lohnabhängigen gegenüber ihren Arbeitgebern. Sie mieteten Räume an in denen sie sich trafen. Hier tauschten sie sich über Arbeitgeber und ihre allgemeine Situation aus und erfanden sogar den Vorläufer der Arbeitslosenversicherung. Denn bei ihren Treffen zahlten sie in die sogenannte Büchse 0,8 Prozent ihres Lohnes ein, wodurch sie gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit versichert wurden. Durch die Wanderschaft der Gesellen verbreiteten sich Nachrichten von Arbeitskämpfen sehr schnell und es gab eine landesweite Vernetzung der Gesellen. Bei den Arbeitskämpfen ging es nicht nur um höhere Löhne. Ein wichtiger Aspekt der damaligen Arbeitskämpfe war aber auch der Kampf um ge- sellschaftliche Anerkennung. Die Industrialisierung veränderte die mittelalterlichen Machtverhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern grundlegend. Durch die Erfindung neuer Maschinen wurden Millionen Arbeiter über- flüssig und gerieten in Armut. Was von den stolzen Gesellen geblieben war, war ein Heer von im Elend lebenden Fabrikarbeitern, die den Fabrikbesitzern auf Gedeih und Verderb ausgesetzt waren. Die ersten Opfer der Industrialisierung waren die Bergarbeiter. Anders als die wandernden Gesellen hatten sie Familien, die sie ernähren mussten. Doch schnell waren auch andere Wirtschaftszweige von den Folgen der Industrialisierung betroffen und es entstanden zwei neue Klassen: Die Fabrikbe- sitzer auf der einen Seite und die Arbeiter auf der anderen Seite. Die Arbeiter wurden von den Fabrik- besitzern als Eigentum angesehen. Und so waren es Hungerrevolten und der Weberaufstand 1844, die das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erneut von Grund auf veränderten. Es Anja Joest: Streik und Streikrecht © Persen Verlag 1 Die lange Geschichte des Str

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