• Document: Darmersatzblase mit Harnröhrenanschluss
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Klinik für Urologie Bochum Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. med. Burkhard Ubrig Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH Bergstraße 26 – 44791 Bochum Telefon: 0234 517 2651; Fax: 0234 517 2653 www.urologie-klinik-bochum.de Informationsheft für Patienten Darmersatzblase mit Harnröhrenanschluss Lieber Patient, bei Ihnen soll die Harnblase durch eine Operation entfernt werden. Aus einem ca. 60 cm langen Stück Darm soll eine Ersatzblase gebildet werden. Die Entleerung der neuen Blase kann dann auf normalem Wege über die Harnröhre erfolgen. Es ist wichtig, dass Sie selbst möglichst gut über die Darmersatzblase informiert sind. Dieser Informationsbogen soll vor allem als Merkblatt für die Zeit nach der Operation dienen und Ihnen bereits vor dem Eingriff helfen, sich auf die veränderte Situation einzustellen. Selbstverständlich soll er das Gespräch mit Ihren Ärzten nicht ersetzen. Klinik für Urologie Bochum – Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH 1 Aus Gründen der Vollständigkeit fällt die Liste möglicher Probleme recht lang aus. Bedenken Sie aber, dass die meisten Patienten mit der Darmersatzblase sehr gut zurechtkommen. Autor: Priv.-Doz. Dr. Burkhard Ubrig, Klinik für Urologie Bochum, Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus, Bergstr. 26, 44791 Bochum Was wird bei der Operation gemacht? Wenn die Operation wegen einer bösartigen Blasengeschwulst erfolgt, werden die gesamte Harnblase und die Prostata mit den zugehörigen Samenblasen entfernt. Warum müssen Prostata und Samenblasen mit entfernt werden? 1) lm Gegensatz zu Ihrer ursprünglichen Harnblase wird die Darmersatzblase nicht durch die Kraft eines Blasenmuskels, sondern durch Pressen mit dem Bauch (Erhöhung des Druckes im Bauchinnenraum) entleert. Durch dieses Pressen wird die Darmblase gewissermaßen leergedrückt. Würde man die Prostata belassen, konnte die Entleerung durch eine schon vorhandene oder später auftretende Prostatavergrößerung behindert werden. 2) Es besteht das Risiko, dass der Blasenkrebs die Prostata mitbefallen hat. Weiterhin besteht die Gefahr, dass später eine bösartige Geschwulst der Prostata (Prostatakrebs) auftritt oder bereits unbemerkt vorhanden ist. Es bestände später dann keine Möglichkeit mehr, diesen Prostatakrebs operativ zu behandeln. 3) Nach der Operation haben Prostata und Samenblasen keine Funktion mehr. Die Hauptaufgabe von Prostata und Samenblasen ist die Erzeugung des Samenergusses. Ein Samenerguss würde aber nach der Operation nicht mehr durch die Harnrohre nach außen, sondern rückwärts in die Darmblase erfolgen. Der Grund dafür ist, dass nach der Entfernung der ursprünglichen Harnblase der innere Blasenschließmuskel fehlt, der als Rückschlagventil dient und sicherstellt, dass der Samenerguss nach außen und nicht rückwärts in die Blase stattfindet. Die Mitentfernung der Prostata und Samenblasen hat zwar auch Nachteile (Schädigung der Nerven hinter der Prostata, die für die Gliedsteife sorgen). Wegen der oben genannten Gründe wird aber heute weltweit die Mitentfernung der Prostata als notwendig erachtet. Wie wird die Darmersatzblase konstruiert? Nach der Entfernung von Harnblase und Prostata wird aus dem Darm ein ca. 60 cm langes Stück zur Bildung der neuen Blase ausgeschaltet. Meist wird Dünndarm verwendet. Dieses schlauchartige Darmstück wird dann längs aufgetrennt und so wieder vernäht, dass es eine kugelige Form annimmt. Eine kugelige Form kann mehr Urin speichern als ein Rohr. Außerdem wird auf diesem Wege verhindert, dass sich die Darmblase ständig von selbst zusammenzieht und somit entleert, wie es ein schlauchförmiger Darm normalerweise macht. Klinik für Urologie Bochum – Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH 2 Nachdem das Darmstück zu einer Darmblase vernäht ist, werden die Harnleiter in sie eingepflanzt. Danach wird sie an die Harnröhre angenäht. Was, wenn die Konstruktion einer Darmersatzblase mit Harnröhrenanschluss nicht möglich ist? Es könnte sich während der Operation herausstellen, dass bei Ihnen die Darmersatzblase nicht gebildet werden kann. Einer der Grunde dafür ist beispielsweise, wenn auch der Harnröhrenstumpf vom Tumor befallen ist. Ihr Arzt wird vor der Operation mit Ihnen vereinbaren, wie dann vorgegan- gen werden soll. Er wird über andere Möglichkeiten der Harnableitungsoperation bzw. des Blasenersatzes mit Ihnen sprechen. Unmittelbar nach der Operation Bis etwa 14 Tage nach der Operation werden Sie einen Harnrohren- und einen Bauchdeckenkatheter tragen. Diese entleeren die neue Blase bis die Nahtstellen verheilt sind. Unmittelbar nach der Operation werden Sie zusätzlich einen Wundsekretschlauch haben, der jedoch in der Regel bereits nach e

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