• Document: Galamagrostis purpurea Trinius
  • Size: 2.17 MB
  • Uploaded: 2018-12-07 16:18:55
  • Status: Successfully converted


Some snippets from your converted document:

Sonderabdruck aus „Mitteilungen des Thür. Bot. V.", Neue Folge, Heft XXVIII, 1911, S. 1. Galamagrostis purpurea Trinius und ihre Beziehungen zu Arundo Langsdorfi Link, Galamagrostis Langsdorfs Trin. und Galamagrostis elata Blytt. Versuch, den bedrohten Namen „Galamagrostis purpurea Trin." vor dem Untergange zu schützen. Von £ Rud. Lehbert. Reval, Juni 1909 bis November 1910. Mit 4 Figuren-Tafeln. Dem hervorragenden Galamagrostis-Forscher, Herrn Oberstabsarzt Dr. Torges in Weimar zu seinem 80. G eb u r tst age ehrfurchtsvoll gewidmet vom Verfasser. Im Jahre 1821 veröffentlichte der Botaniker und Kaiserlich Russische Akademiker Carl Bernhard Trinius in Sprengeis ,.Xeue Entdeckungen im ganzen Umfange der Pflanzenkunde''. Leipzig 1820. II B. Seite 52, eine sehr ausführliche, offenbar auf sorg­ fältigster Bearbeitung eines genügenden Materiales beruhende Diag­ nose eines ihm aus der Umgebung des Baikalsees zugeschickten Grases, das er „Arundo purpurea" nannte. 1832 nannte der schwedische Forscher Carl Hartmann ein in Skandinavien häufig vorkommendes Gras: ,,Galamagrostis phrag- mitoides" und beschrieb es ausführlich. Im Jahre 1898 (oder früher 1 ) erkannte Rektor Almquist in Stockholm, daß beide genannten Gräser auf Grund der Trinius- sclien Beschreibung in Spreng. X. E. als identisch anzusehen seien und schlug vor, dieser Calamagrostis den ältesten ihr zukommenden Namen „Calamagrostis purpurea Trin", zu erteilen. Dieser Vor­ schlagO ist fast allenthalben angenommen O worden, so auch von Ascherson und Gräbner in ihrer Synopsis (II. 1. pag. 201. 202). Mit der Zeit erwies es sich, daß dieses Gras, Calamagrostis pur­ purea Trin. (= C. phragmitoides Hartm.) eine außerordentlich weite Verbreitung hat. Nicht nur in Skandinavien. Dänemark, in Finnland und Ingermannland, in Estland, ist sie häufig, sondern ihr Verbreitungsbezirk reicht bis an den stillen Ozean (Maximo- wicz, Prim. tior. Amur.), aber wohl meist dem Meeresufer folgend. In Westeuropa gibt es für sie einen bisher in der Literatur *) In einer brieflichen Mitteilung vom September 1910-sagt Almquist „vor zirka 15 Jabren". — 2 — bekannten Fundort, den auch die Synopsis anführt. Allenthalben war sie leicht zu erkennen, dank den vorzüglichen Beschreibungen, sowohl Trinius' in Spr. N. E., als auch Hartmanns. Im botanischen Museum der Kaiserlichen Akademie der Wissen­ schaften liegt ein einziges autentisches Original-Exemplar vom Baikalsee, das aber leider in einem sehr traurigen Zustande sich befindet; denn abgesehen davon, daß ihm der untere Halmteil völlig fehlt, ist es ein Pflänzchen in frühem Jugendstadium eingesammelt, dessen Blüten nur schwach entwickelt sind, dennoch aber noch einige Charakteristika der C. purpurea erkennen lassen. Es ist wohl nicht daran zu zweifeln, daß außer diesem dem Trinius eine Anzahl besser entwickelter Exemplare vorgelegen haben mußten, denn wie hätte er darauf kommen sollen, nach einem unvollkommenen Exemplare eine neue Art zu benennen und sie zu beschreiben, und wie hätte er dies mit solch verblüffender Ausführlichkeit tun können, wie sie uns im oben zitierten Werk begegnet? Jeder Botaniker, der sich mit dem Genus Calamagrostis etwas eingehender beschäftigt, muß die ganz vorzügliche Beschreibung in Spreng. N. E., als sich vollständig mit der im genannten Gebiet häufig vorkommenden Art deckend, anerkennen. Allerdings, 2 Ergänzungen sind erforderlich, Ergänzungen, die sich auf Organe beziehen, die Trinius zu damaliger Zeit noch nicht richtig einzuschätzen verstanden haben mochte *). 1. Das Rudiment (Achsenfortsatz) das in Form eines behaarten Stiels nur selten bei C. purpurea Trin. fehlt, dem aber Trinius damals, 1821 — 3 Jahre später tut er es schon — keine Aufmerk­ samkeit zugewandt hat, 2. die Granneninsertion: Trinius sagt im zitierten Werk: „supra medium setam emittens," damit scheinbar einen ..Typus" ') Zu ganz anderen Resultaten gelangt Herr Litwinoff, der den Namen „C. purpurea Trin.". als nicht berechtigt, zu streichen proponiert. (S. weiter in diesem Aufsatz ). Er sagt (auf Seite 58 seiner Schrift über diesen Gegenstand) von dieser Beschreibung sowie von der in „I)e gram, unifl. etc." 1824, S. 219: „Aus beiden Beschreibungen geht hervor, daß wir es mit einer Art zu tun haben, bei welcher die Granne über der Mitte der Spelze inseriert ist, und bei der der Achsenfortsatz fehlt, d. h. mit einer Art, die der C. lanceolata Rth. nahesteht, in deren unmittelbarer Nähe auch C. purp, in der II. Beschreibung angeführt wird. — Aber diese beiden Beschreibungen, nach welchen bisher die Art beurteilt

Recently converted files (publicly available):